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"Vom Lügengewebe sollst du dich fernhalten und den Reinen und
Frommen nicht vernichten" Es ist absolut unmöglich, die Kabbala in ein paar Worten beschreiben zu wollen. Deshalb beschränke ich mich hier auf die Oberfläche und das "Handwerkszeug".
AllgemeinDie Kabbala (Vermächtnis) ist eine jüdische Geheimlehre mit dem kanonischen Buch Sefer haz-Sohar - kurz Sohar. Zu diesem äußerst schwer verständlichen Text kommt die in mündlicher Form überlieferte Kabbala hinzu. "Sekundärliteratur" gibt es relativ viel. Ich persönlich kann [2][5] und [6] empfehlen. Die Kabbala ist im Mittelalter im Verborgenen zur Blüte gelangt.Sie läßt sich unterteilen in die praktische Kabbala, die Kabbala der Buchstaben, die ungeschriebene Kabbala und die dogmatische Kabbala.
Im Kabbala Appendix gehe ich auf ein paar Aspekte, vor allem auf die Pfade und die Säulen des Lebensbaumes, etwas näher ein.
Der Baum des LebensZentrale Glyphe der Kabbala ist der Etz Chain, der Baum des Lebens, hier dargestellt mit seinen 32 Pfaden: den zehn Sephiroth (Singular Sephira) und den 22 übrigen (Verbindungs-)Pfaden. Der Baum des Lebens beschreibt zehn Manifestationen der Schöpfung. Sein Ursprung liegt in der Spitze, nach unten hin wird das Kräftespiel der Sephiroth immer dichter, ambivalenter und materieller. In dieser Arbeit beziehe ich mich hauptsächlich auf die Zahlbedeutung der zehn Sephiroth und lasse die meisten anderen Aspekte außer Acht.Es gibt in der Kabbala die vier kabbalistischen Welten. In jeder Welt hat der Etz Chain andere Attribute, Symbole und Farben. Hier wird immer auf den Etz Chain in Aziluth, der Welt der reinen Vorstellung, Bezug genommen. Die anderen Welten sind Briah, Jetzirah und schließlich Assia, die materielle Welt.
PersönlichesDies ist ein Versuch, "objektive" wissenschaftliche Erkenntnisse - z.B. aus der Geometrie oder der Algebra - den "subjektiven" Erkenntnissen der Kabbala gegenüberzustellen. Nach langen Jahren der Beschäftigung mit der Kabbala habe ich Zusammenhänge zwischen der Kabbala, anderen Formen abendländischer Magie und der Alchemie entdeckt, die ich nicht begreifen konnte. Zugunsten meines Gleichgewichtes gab ich meine aktive Forschung auf.Beide Welten, die wissenschaftliche und die kabbalistische, haben mich geistig ernährt, interessiert und stets beschäftigt. Die Zahl und die durch sie gebildeten Formen in der Ebene und im Raum wurde für mich zum neutralen Element, um diese beiden differenzierenden Welten aufeinanderprallen zu lassen. Die Zahl wurde mir zum Bindeglied, deshalb liebe ich die Zahl über alles.
BemerkungenInteressant ist der Zusammenhang zwischen den jüngeren Erkenntnissen auf dem Gebiet der Kosmologie und dem in der Kabbala definierten "Urknall". Die Entdeckung, daß es eine Ruheenergie des Vakuums gibt und daß das Vakuum den Raum mit zunehmender Kraft und Beschleunigung sozusagen "hinauszieht" entspricht sehr schön der Entstehung der positiven Existenz aus der negativen Existenz. Beide sind unendlich. Die negative Existenz - das Ain Soph (Aur) ist unendliches Nichts; die positive Existenz ist unendliche Schöpfung, die sich bis in die feinsten Glieder immer wieder ergießt und neu bildet.Jede Sephira ist ein eigener Baum - nicht die Kraft der Sephiroth definiert dieses Universum, sondern der Bezug zu anderen Sephiroth. Der Etz Chain - der Baum des Lebens - atmet eine Kraft, die wirklich überwältigend ist. Das ganze in sich geschlossene System der Kabbala ist ein perfektes Universum, dessen man sich bedienen kann, um Klassifikationen vorzunehmen und Erkenntnisse zu gewinnen, die anders einfach nicht möglich sind. |