Mystisch/Magische Bedeutung

Die Fünf ist 4 + 1 oder 2 + 3. Im ersten Fall ist sie Symbol der Herrschaft des Geistes über die vier Elemente und wird zur Zahl der (weißen) Magie. Im zweiten Fall ist sie die Vereinigung der ersten weiblichen mit der ersten männlichen Zahl und wird zum Symbol der Sinnlichkeit und der (vorwiegend männlichen) Sexualität in ihrer Wildheit und Ursprünglichkeit.

Im Christentum steht die Fünf in Bezug zu den fünf Wunden Christi und dem Pentateuch, den 5 Büchern Moses. Die Fünf war in der christlichen Kultur der Vier untergeordnet: der Pentateuch des AT wurde durch die vier Apostel des NT erst vollendet.

Die Fünf war die Zahl der altbabylonischen Göttin Ischtar. In der Alchemie wurde durch sie die quinta essentia ausgedrückt, das gesuchte spirituelle Prinzip in jeder Materie. Dadurch unterschied sich die belebte von der unbelebten Materie, die Quintessenz war der Geist, der im aufrechtstehenden Pentagramm die Herrschaft über die vier Elemente symbolisiert.

So licht wie das aufrechtstehende Pentagrammsymbol, so dunkel ist das gestürzte Pentagramm. Es hat einen Bezug zum Ziegenbock mit seinem spitzen Kinn und den zwei Hörnern und symbolisierte die Unterordnung des Geistes unter die rohen Kräfte der Materie - auch den spirituellen Untergang. Es ist Symbol für die schwarze Magie, in der für einen materiellen (vermeintlichen) Erfolg letztendlich Geist geopfert wird. Aus magischer Sicht fällt unser moderner Turbo-Kapitalismus mit seiner Regentschaft der Materie eindeutig unter dieses Symbol.

Das fünfte Zeichen des Tierkreises ist der Löwe mit dem Herrscher Sonne.

Pythagoräische Zahlenmystik

Bei den Pythagoräern war die Fünf die Zahl der Mitte, da alle Zahlen mit gleichem Abstand von der Fünf sich zur Weltenzahl Zehn vereinen. Dadurch wurde sie zum Symbol der Gerechtigkeit.

Kabbala

In der Kabbala ist die Sephira Geburah (Stärke) etwas schwieriger zu verstehen. Sie widerspricht in ihrer Aktivität und Aggressivität sowohl den Prinzipien, die von Binah her bekannt sind, als auch dem Prinzip der "weiblichen Säule". Zuviel Chockmah ist Chaos, zuviel Binah ist Tod. Hier - eine Ebene tiefer - läßt sich der bekannte Sinnspruch des magischen Ordens Golden Dawn bilden "zuviel Chesed ist Schwäche, zuviel Geburah ist Grausamkeit". Sie ist also die Korrektur, so könnte man Wesen und Aufgabe dieser Sephira ungefähr umschreiben. Sie ist der Ort, an dem die Kräfte Cheseds gebremst, gezügelt und manchmal auch bestraft werden. Die zerstörerische Kraft dieser Sephira tritt dann zu Tage, wenn Wachstum nicht mehr innerhalb der vorgesehenen Formen stattfindet und korrigiert werden muß; das relativiert den ersten negativen Eindruck. Die rechte Menge Geburah verhindert "Krebs" auf jeder Ebene!

Kabbalistische Symbole sind das Schwert, das Pentagon, der Speer, die Kette, die Fessel und die fünfblättrige Rose. In [2]finden sich moderne, nicht traditionelle Symbole, die ich ausnahmsweise für diese Sephira zum besseren Verständnis ebenfalls wiedergebe: das Skalpell, Desinfektionsmittel, Antibiotika, Bulldozer und Abbruchhammer. Körperzuordnung ist der rechte Arm und das magische Bild ist ein mächtiger Krieger in seinem Streitwagen. Die Farbe ist Rot. Ein anderer Name für diese Sephira ist Pachad (Furcht) aber auch Din (Gerechtigkeit). Verständnis dieser Sephira zu erlangen, ist in unserer christlich geprägten Kultur sehr schwer, da hier die Abspaltung der Kräfte, für die Geburah steht, extrem weit fortgeschritten ist. Man darf nicht vergessen, daß nur der Baum als Ganzes und keine Sephira für sich allein existiert[2][5]. Das (astrologische) Kraftprinzip ist Mars, Herrscher von Widder und Skorpion.