Worte

Worte, die im Sterben liegen
haben keine Kraft zu Siegen
- denn sie verhallen
gleich wie sie fallen.
Gedanken müssen sie befreien,
dringen ein in eins von Zweien,
treffen sie des Wortes Kern
wird jedes Wort zum lichten Stern.
Worte sind banal
- oft eine Qual.
Sind sie auch häßlich
- oft unerläßlich.
Die Kraft des Wortes ist enorm,
die Wahrheit will sich zeigen,
doch zeigt das Wort oft nur die Form
und hüllt sich selbst in Schweigen.
Worte sind Gedanken gleich
kehren ein ins Schattenreich.
Jeder Anfang trifft ein Ende,
Spiralenkreise ohne Wende.
Worte können streitend lieben,
sich entblößen um zu siegen.
Durch Worte zittern manche Wände,
Worte finden nie ein.
Worte sind wie Larven nur,
verhüllen bergend die Struktur,
umschließen sie so wunderbar,
bis die Substanz ist nicht mehr wahr.


Home