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Übersicht, weiterführende InformatinenAllen Klartraumtechniken gemeinsam ist das Ziel, die Distanz zwischen Wach- und Traumbewußtsein zu verringern. Es hat sich ein Jargon eingebürgert, die verschiedenen Methoden nach dem "Schema *ILD" abzukürzen. Einige dieser Methoden sind wohl eher als Joke gedacht, wie z.B. die UILD - urinate induced lucid dream; andere hingegen durchaus sinnvoll, wie z.B. die PILD/RILD - punishment/reward induced lucid dream. |
In Lars' Lucid Dreaming FAQ - einer im Gegensatz zu den Veröffentlichungen des Lucidity Institut unabhängigen FAQ - findet sich auch eine Sammlung der *ILD-Methoden, seltsamerweise ist ausgerechnet die WILD-Methode (noch?) nicht erwähnt, obwohl ich sie für die Interessanteste halte.
Klartraumtechniken unterscheiden sich nur in der Art, wodurch Luzidität erreicht wird. Das Ziel ist immer, einen geeigneten Anfangszustand herzustellen und damit in den Klartraum einzutreten bzw. hinüberzugleiten.
Meiner Meinung nach gibt es nur zwei wirklich ernstzunehmende Techniken, die DILD- und die WILD-Methode. Daher gehe ich auf diese beiden tiefer ein.
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DILD - zu deutsch in etwa durch Traum hervorgerufener Klartraum - ist die einfachste und sicher auch am Häufigsten angewandte Methode. Man benutzt einfach einen ganz gewöhnlichen Traum, um in den Klartraum "hinüberzugehen". Dieser Übergang ist jedoch nicht so einfach. Es gibt in jedem Wachtraum die Tendenz zu entgleiten - einfach wegzudämmern - und das mühsam erkämpfte Licht des klaren Bewußtseins wieder zu verlieren. Dann ist man Opfer des Traumparadigmas geworden und hat sich fangen lassen. Das ist deshalb möglich, da sich der Bewßtseinszustand des Träumens und des Wachens in einigen wichtigen Punkten voneinander unterscheidet; das hat teilweise den Grund im völlig unterschiedlichen Verhältnis der Hirntransmitter und den damit verbundenen aktiven und passiven Neuronen.
Die Vorteil der DILD-Methode liegen auf der Hand: der Übergang ist sanft - im besten Fall wird man sich einfach bewußt, daß man träumt (das allein ist aber noch nicht luzide) und wandelt durch diese Erkenntnis den Traum in einen Klartraum. Die Methode ist einfach zu lernen - man benötigt nur etwas Disziplin und Interesse. Das macht sie zu dem idealen Werkzeug für Anfänger; wenn Du ein solcher bist, rate ich Dir, es auf jedem Fall zuerst mit der DILD-Methode zu versuchen und erst später, wenn Dir jederzeit ein DILD gelingt, auch mal andere Methoden zu probieren.
Die Regeln sind sehr einfach und man benötigt nur etwas Disziplin. Dein Tagesbewußtsein muß seine verdammte, arrogante und überhebliche Einstellung verlieren, daß es immer der Konsument einer wirklichen Realität ist. Das ist es zwar augenscheinlich sowieso nicht, aber es hält eisern dran fest, daß es so sei. Der erste Schritt besteht darin, den Unterschied zwischen Wach- und Traumbewußtsein geringer werden zu lassen.
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Hinterfrage Deine Realität ständig. Versuche, jeden Tag diszipliniert eine bestimmte Anzahl von Übungen zu machen, sechs zum Beispiel. Die Übungen dienen eigentlich nur dazu, Dein Tagesbewußtsein zu verunsichern und durchlässig zu machen, für die Erfahrungen einer wach wahrgenommenen Traumrealität. Der Realitätscheck sollte sozusagen als "Hintergrundtask" permanent laufen und bei jeder "verdächtigen" Gelegenheit von selbst Realitätsüberprüfungen anstellen. Ein einzelner Realitätscheck ist nicht ausreichend, da das Traumparadigma Dich foppen kann. Midestens zwei, besser drei Checks sollte man durchführen und sich dann entscheiden. Es ist besser, wenige Übungen ernsthaft durchzuführen als viele pro forma.
Die Regel ist: Mache deine Checks und entscheide Dich nur aufgrund der daraus gewonnenen Ergebnisse, ob Du jetzt wach bist oder ob Du träumst. Natürlich "weißt" Du das im Alltag (zumindestens glaubst Du das wahrscheinlich im Moment). Mache die Checks trotzdem mit großem Ernst und stets in der Erwartung, daß sie Dich auch davon überzeugen könnten, daß Du in Wirklichkeit schläfst und träumst.
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Lese irgendetwas in deiner Umgebung, z.B. die Digitalanzeige deines Videorekorders, die Schlagzeile einer Tageszeitung, ein Straßen- oder Reklameschild. Schau zur Seite und denke dir etwas aus, was stattdessen dort stehen soll. Dann betrachte das zuvor Gelesene. Hat sich der Text verändert? Höchstwahrscheinlich nicht. Also bist du wach und träumst nicht.
Halte im Alltag einmal kurz inne, versenke dich ganz in dich und in das Hier und Jetzt. Gibt es irgendwie ein Traumgefühl, ein erregendes und beängstigendes Gefühl zugleich. Bist du wirklich ganz da, kannst du dich an dich selbst, deine Freunde und deine Familie erinnern. Wohin gehst du und woher kommst du. Gab es irgendeinen Bruch im Zeitverlauf?
Hinterfrage häufig Personen. Ist die Person wirklich real oder erscheint sie dir zusammengesetzt aus anderen bekannten Personen. Kann diese Person in dieser Form überhaupt so am Leben sein - kurz: ist sie wirklich real oder könnte sie ein Produkt deiner Kreativität sein?
In Träumen kommen Farben vor, die es in der Realität nicht gibt. Beobachte aufmerksam deine Umgebung. Sind die Farben realistisch? Kommen selbstleuchtende Körper vor? Ändern sich die Farben?
Sind weiter entfernte Gegenstände wirklich kleiner als in der Nähe befindliche. Sind weiter entfernte Geräuche wirklich leiser ans Geräuche in deiner unmittelbaren Umgebung. Ist die Perspektive irgendwie verzerrt? Achte auf alle möglichen Abweichungen.
Ein schöner Test, wenn man unbeobachtet ist. Drehe dich mit offenen Augen einmal schnell um deinen Achse. Im Traum kommt es oft vor, daß die Umgebung entweder während der Drehung unverändert bleibt oder sich nach Beendigung der Drehung weiterdreht. Wenn du eines Tages wirklich luzide träumen solltest, wirst du feststellen, daß dies ein sehr guter Test ist.
Das verbreitete Klischee sich im Traum zu Kratzen oder zu Zwicken funktioniert nicht! Sei versichert, daß dein Traumkörper Schmerz, sexuelle Empfindungen und jede Körperwahrnehmung absolut ununterscheidbar von deinem "echten" Körper produziert. Du kannst nur dein Bewußtsein, nicht deinen Körper prüfen. Allerdings hat man in der Traumrealität Möglichkeiten, die man sonst nicht hat. Es spricht nichts dagegen, als Ergänzung zu den Realitätschecks, einfach mal zu versuchen, ob man heute nicht über dem Markt fliegen möchte, statt immer zu gehen. Was spricht eigentlich dagegen, mal nebenbei zu versuchen, mit der Hand in die Wand hineinzugehen. Im Traum funktioiert das, also ist es auch ein Realitätscheck. Die Auflistung der Realitätstests hier ist nicht vollständig - kann es gar nicht sein - und sollte durchaus durch eigene Tests ergänzt werden.
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Wenn du regelmäßig die Checks durchführst und wirklich im Traum aufwachen willst, wird dies fast zwangsläufig geschehen. Du wirst dich immer öfter an Träume erinnern können, die dir während des Träumens schon als Träume bewußtgeworden sind (das hat mit luzidem Träumen aber noch wenig zu tun). Du wirst dich sogar an Träume erinnern, in denen du Realitätschecks durchgeführt hast. Vielleicht bist du zu dem Schluß gekommen, daß alles ok ist - dann hat dich das Traumparadigma gefoppt, oder du hast sogar erkannt, daß du träumst um dann weiterzuträumen, du seies im Traum erwacht und luzide geworden. Das kommt oft vor und sollte dich nicht ärgern. Du bist schon verdammt weit und auf dem besten Weg. Mache weiter deine Checks, bis sie total selbstverständlich für dich werden.
Eines Tages wirst du deinen ersten luziden Traumzustand haben. Du wirst anhand einer Traumsituation und/oder einem Realitätstest erkennen, daß du träumst und "erwachen". Erfahrungsgemäß wird dein erster luzider Traum nur kurz dauern. Wahrscheinlich werden Dich Deine Gefühle übermannen und Dir den Traum wegnehmen, so daß Du wirklich wach wirst. Hier gilt: Übung macht den Meister. Du wirst cooler werden, wenn Du den Klartraum öfter erleben kannst und wenn Du die --> Tips beherzigst. Du hast es geschafft! Der Rest kommt mit der Zeit und fast von selbst.
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