Einführung Klartraum und OOBE

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Einleitung

Die Themen Klarträumen - auch luzides Träumen - und ausserkörperliche Erfahrungen - auch Astralreisen oder OOBE (out of body experience) genannt - erfreuen sich eines ständig steigenden Interesses. Es wird viel esoterisches Dummdrumrumgeschwätz und Geheimniskrämerei betrieben, ebenso versuchen andere Lager, das nächtliche Wunder ausschließlich mit der materiellen Wissenschaft zu begründen. 
Die Wahrheit liegt in der Mitte.

Ich werde in den nächsten Abschnitten zunächst die wissenschaftliche, materielle Sicht des Phänomens Schlaf und Traum kurz zusammenfassen und anschießend die esoterische Sicht etwas aufrollen. Ich will versuchen, einige Begriffe und ständig vorkommende Mißverständnisse zu klären. Wem dies zu trocken oder wer zu ungeduldig ist, kann gleich weitergehen zu den Klartraumtechniken.

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Schlaf und Hirnstoffwechsel (Neurotransmitter)

Literaturhinweis: Wer sich näher für dieses Thema interessiert, kann in Schlaf. Gehirnaktivität im Ruhezustand von J. Allan Hobson aus dem Spektrum Verlag, ISBN 3-89330-811-3 fündig werden. Diese Zusammenfassung hier entstand hauptsächlich aus den für das Thema Klartraum interessanten Teilen dieses Buches.

Die wissenschaftliche Erforschung des Schlafes und insbesondere des Traumes ist eine relativ junges Gebiet. Es liegt vielleicht einfach daran, daß die früheren Wissenschaftler im Zeitalter des absoluten Materialismus am Schlaf und Traum nichts Interessantes zu erkennen vermochten. Träume galten sozusagen als Fürze des Geistes. Die moderne Hirnforschung hat mit der zunehmenden Erkenntnis neuronaler Vorgänge und der Hirnstoffwechselchemie Entscheidendes zum Verständnis beizutragen.

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Schlafstadien, NREM- und REM-Schlaf

Leitet man Hirnaktivitätsmuster mit Hilfe von Elektroden ab, lassen sich vier verschiedene Schlafstadien unterscheiden. Ausgehend vom Wachzustand mit charakteristischen Betawellen (>13-50 Hz bei <50 µV) werden während des Schlafens nacheinander die Stadien I, II, III und oft auch IV durchlaufen. Von diesem Tiefpunkt aus führt die Schlafkurve wieder rückwärts durch diese Stadien. Dieser Zyklus dauert zwischen 85 und 110 Minuten, auf seine Vollendung folgt entweder ein weiterer Zyklus oder das Erwachen.

Das ist übrigends auch der Grund dafür, warum man unabhängig von der Gesamtschlafdauer manchmal leichter (vom Wecker) wach wird und manchmal fast gar nicht. Es hängt vom Schlafstadium ab und man tut gut daran, darauf zu achten, daß man nicht in Stadium III oder IV aufstehen muß. Dazu muß man natürlich empirisch seine individuelle Schlafzykluslänge erforschen, z.B. mit unterschiedlich lauten Wecksignal zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Der erste Zyklus der Nacht ist bei den meisten Menschen (etwa 5-10 Minuten) länger als die anderen Zyklen.

Je tiefer der Schlaf, desto langsamer die Frequenz und desto größer die Amplitude der gemessenen Hirnwellen. Das Gehirn geht also von einem Zustand hoher Aktivierung und starker Neuronentätigkeit (Frequenz) in unsynchronisierter Form während der zunehmenden Tiefe des Schlafes in einen Zustand geringerer Neuronentätigkeit in synchronisierter Form über. Schon das Schließen der Augen erzeugt Alphawellen (8-12 Hz), die den Wellen des leichten Schlafes beim Einnicken ähnlich sind, gefolgt von Thetawellen (4-8 Hz, 50-100 µV) im Stadium I. Im Stadium II (8-15 Hz bei 50-150 µV) gibt es den ersten absolut eindeutigen Hinweis auf Schlaf. Es treten sehr charakteristische Schlafspindeln im Hirnwellenmuster auf, die sich auch im Stadium III (2-4 Hz bei 100-150 µV) fortsetzen. Ab diesem Stadium spricht man vom Tiefschlaf, im Stadium IV treten keine Spindeln mehr auf, das Hirnwellenmuster ist sehr synchronisiert und zeigt fast nur noch Deltawellen (0,5-2 Hz bei 100-200 µV). All diese eben besprochenen Stadien haben mit dem Träumen (noch) nichts zu tun,  man faßt diesen Schlaf unter der Bezeichnung Non-REM oder NREM zusammen.

[Schlaf==Bewußtlosigkeit?]
Über tiefe Bewußtseinszustände
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Träume treten nur im REM-Schlaf auf und der tritt nur am Ende eines kompletten Schlafzyklus auf, d.h. wenn die Schlafphasen von IV oder III aufwärts bis zur Phase I rasch durchlaufen werden. In der Schlafphase I im aufsteigenden Zyklus kommt es zu charakteristischen Augenbewegungen, einem schnellen, zuckenden Rollen, welches dem REM-Schlaf auch den Namen gab (rapid eye movements). Gleichzeitig versteift sich der Tonus - der Körper ist zu keiner Bewegung mehr fähig; der Penis bzw. die Klitoris zeigen meist eine deutliche Erektion, die Puls- und Atemfrequenz steigt, kurz: der Mensch träumt. Er tut das jede Nacht, am Ende eines jeden Schlafzyklus, wobei sich mit jedem Schlafzyklus das Verhältnis von NREM- zu REM-Schlaf zugunsten des REM-Schlafes verschiebt. Am Morgen träumen wir also am längsten und intensivsten. Deshalb können wir auch erst nach einer Schlafdauer von 70-80 Minuten überhaupt erst träumen. (-> Klartraumtechnik: WILD-Methode, so geht es nicht).

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Sinnesreize und Schlaf. Aktive Schlafkontrolle durch den Hirnstamm.

Die Entdeckung der Alphawellen führte seinerzeit zu dem Glauben, daß der Schlaf durch Fehlen von Sinnesreizen - sozusagen als Leerlaufhandlung des Hirns - ausgelöst wird. Tatsächlich glauben das auch heute noch viele Menschen. Es konnte aber nachgewiesen werden, daß der Schlaf der aktiven Kontrolle durch den Hirnstamm unterliegt. Das Gehirn mitsamt seinem komplexen Stoffwechsel schaltet sich sozusagen selbst in den Schlaf. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Kontrolle des REM-Schlafes. Es gibt im Hirnstamm zwei unterschiedliche Neuronen, die auch mit entsprechend unterschiedlichen Transmittern korrospendieren (-> AIM-Modell) - REM-On- und REM-Off-Neuronen. Nach einem hypothetischen Modell von Michel Jouvet arbeiten beide Neuronengruppen in einer Art "Transmitter-Gegentakt", d.h. die Aktivierung der REM-On Neuronen deaktiviert die REM-Off Neuronen und umgekehrt. Ich gehe im Versuch einer ekklektischen Synthese nochmal auf die REM-On/Off Neuronen, das AIM-Modell und dem Hirnstoffwechsel im Zusammenhang mit der Frage des Bewußtseins und der erlernbaren Fertigkeit des luziden Träumens ein.

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Träumen, luzides Träumen, ausserkörperliche Erfahrungen und Astralebene

Die Begriffsverwirrung ist perfekt. Ich will versuchen, meinen subjektiven Senf dazuzugeben, ohne die Verwirrung noch zu steigern. Unterscheidungen/Definitionen: Es gibt das Wachbewußtsein, das Traumbewußtsein, den Tiefschlaf und bewußte Erfahrungen während der REM-Phase. Oft wird eine Unterscheidung zwischen der außerkörperliche Erfahrung und dem luziden Traum gemacht. Esoteriker nennen außerkörperliche Erfahrungen auch Astralreisen, und sie besitzen eine Dramatik, eine "Körperlichkeit" und manchmal auch den Eindruck einer Gefahr, die in dieser Form Klarträumen fehlt.

In der Esoterik taucht oft der Begriff Astralebene auf und man wird keine zwei Esoteriker finden, die über diesen Begriff einer Meinung sind. Eine sehr schöne Meinung dazu vertritt Hans Dietrich Leuenbergen in seinen Tarotbüchern. Ich schließe mich seiner Meinung teilweise an und glaube, daß die Astralebene nichts anderes als eine wahrgenommene innere Realität ist - egal ob es der Rausch einer Droge, "verbildlichte" Gefühle, die einfache bildhafte Vorstellungkraft, bildhafte Einsichten in tiefer Meditation, die Welt der Träume oder eine Astralreise ist. Sie ist jedenfalls bildhaft und hat einen tieferen symbolischen Gehalt.

Meine Erfahrungen in diversen esoterischen Disziplinen haben mich überzeugt, daß die Astralebene kein bloßer Humbug ist. Sie mag aus wissenschaftlicher Sicht nicht existent sein, aber sie ist so hilfreich wie das bohrsche Atommodell. Und es lassen sich meiner Überzeugung nach in dieser Astralebene Handlungen ausführen, die auch in der grobstofflichen Welt eine Wirkung zeigen. Das übrigends ist eine der Grundlagen für die Magie in all ihren Facetten - eine der wichtigsten und faszinierendsten esoterischen Disziplinen, wenn man sie vom Aberglauben und vom Humbug zu trennen in der Lage ist.

Der Esoteriker sieht die Astralebene als eine feinstofflichere Welt, die unsere Welt teilweise durchdringt und ist überzeugt, daß der Astralkörper während einer Astralreise in ebendieser Welt wandert. Der Astralkörper ist nichts anderes als der "Traum"körper unter den besonderen Umständen der außerkörperlichen Erfahrung, also die Entität, die mit Körpergefühl behaftet wirkend tätig ist (man verzeihe mir den letzten geschraubten Satz).

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Unterschiede zwischen einem Klartraum und einem OOBE

Sowohl im "wissenschaftlichen" als auch im "esoterischen" Lager herrscht keine Einigkeit, ob ein grundsätzlicher Unterschied zwischen einem Klartraum und einer außerkörperlichen Erfahrung besteht oder nicht. Es besteht zumindest etwas Einigkeit hinsichtlich der subjektiven Erfahrung. Bei einem luziden Traum bin ich Herr des Traumes und der Realität. Ich kann sie also willentlich ändern. In einer außerkörperlichen Erfahrung bin ich an eine feststehende Realität gebunden, die ich als nicht änderbar erlebe und die Ähnlichkeit oder Übereinstimmung mit der Welt in der ich lebe aufweist. Viele eher naturwissenschaftlich Orientierte glauben, daß es zwischen einem Klartraum und einem OOBE nur subjektive Unterschiede gibt und das ist sicher richtig. Auch OOBEs wurden in Schlaflabors erforscht und weisen keine Unterschiede zu luziden Träumen auf.

Es ist gut möglich, daß ein OOBE nichts andere als in einem besonderen Traumparadigma gefangener luzider Traum ist. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, daß ich sehr viele Klarträume hatte und nur eine - wie ich glaube - außerkörperliche Erfahrung. Was soll ich sagen: Kurz, ich war wirklich draußen - zumindestens glaube ich das. Ich kenne die Realität - die manchmal erschreckende - des Klartraumes, auch das Erschrecken oder die unglaubliche Substanziellität und Körperlichkeit mancher Träume, aber ich war außerhalb meines Körpers. Das glaube ich, ich kann es nicht beweisen. Ich bin von der Möglichkeit echter Außerkörperlichkeit überzeugt, glaube aber auch, daß es nur mit dem Körper als Mittler funktionieren kann. Daher glaube ich nicht, daß eine OOBE Aussagen über (hypothetische) andere außerkörperlichen Zustände erlaubt.

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Schlaf == Bewußtlosigkeit? Über tiefe Bewußtseinszustände

Es gibt Beweise für aktive Bewußtseinstätigkeit im Theta- und sogar im Deltawellenbereich. Viele Bewußtseins- und Meditationstechniken wie TM oder silva mind arbeiten mit dem Alpha- und manchmal auch dem Thetabereich. Bei sehr geübten Meditierenden lassen sich während tiefer Meditationen Deltawellen messen. D.h. diese Menschen befinden sich aus wissenschaftlicher Sicht im absoluten Tiefschlaf. Sie berichten aber von Bewußtseinstätigkeit auf einer sehr tiefen Ebene ("Eins mit Allem", Subjekt/Objekttrennung etc.). Sie wissen auch in diesem tiefen Bewußtseinszustand, daß sie menschliche Wesen sind, die sich mit Absicht "dorthin" begeben haben. Soviel zur Relativität des Schlafes.

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Der Unterschied zwischen Wachbewußtsein und Traumbewußtsein

Obwohl man den Klartraum als (im günstigsten Fall völlige) Wachheit im Traum definieren kann, wird auch ein erfahrener luzider Träumer bestätigen, daß es erhebliche Unterschiede in der "Realität" dieser beiden Bewußtseinsformen gibt.

Es gibt in jedem Wachtraum die Tendenz zu entgleiten - sozusagen wegzudämmern - und das mühsam erkämpfte Licht des Bewußtseins wieder zu verlieren.

Traumparadigma

Die erste Gefahr besteht in einem gewissen Traumparadigma, von dem man nichts merkt und das auch nur schwer zu entlarven ist. So kann man sich im Traum bewußtwerden, daß man träumt, weil man ein Traumzeichen entdeckt und verliert dann das Wachbewußtsein, weil man glaubt, daß man wach ist! Oder ein schönes Beispiel von Tholey: Ein Träumer macht einen Realitäts-Check und wundert sich über ein umgekehrt auf dem Gibel stehendes Haus - schon kommt ihm die "Erinnerung", daß er eine Umkehrbrille trägt. Er zieht diese Brille aus und träumt friedlich und nicht mehr luzide weiter - verarscht vom eigenen Bewußtsein! Obwohl das Traumbewußtsein skeptisch der Situation selbst gegenübersteht und sie hinterfragt, kann es durchaus geschehen, daß sich das Traumbewußtsein mit dümmlichen Erklärungen zufriedengibt und friedlich ein- bzw. weiterschlummert. Der Traum ist verloren und wird sich nicht wieder finden lassen. Dergleichen geschieht relativ häufig, vor allem am Anfang. Der Grund für diese Phänomene ist, daß das Gehirn große Schwierigkeiten hat, logisch im REM-Schlaf zu denken. Das hängt sehr wahrscheinlich auch mit der Neurochemie zusammen.

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Wie und worauf kann man sein Bewußtsein vorbereiten?

Ganz einfach indem man sein Tagesbewußtsein auf das Erwachen im Traum vorbereitet. Das Traumbewußtsein ist ein Spiegel deines Tagesbewußtseins. Dein Tagesbewußtsein muß seine verdammte, arrogante und überhebliche Einstellung verlieren, daß es immer der Konsument einer wirklichen Realität ist. Das ist es zwar augenscheinlich sowieso nicht, aber es hält eisern dran fest, daß es so sei. Klarträumen gelingt leichter, wenn das Tagesbewußtsein etwas "verunsichert" ist. Das kann man relativ leicht mit Realitäts-Checks bewerkstelligen. Schon nach einer Woche täglichen Übens wird das Traumbewußtsein die realitätsskeptische Haltung des Traumbewußtseins übernehmen. Damit hast Du überhaupt erst die Chance, klarzuträumen.

Zwei Dinge sind unbedingte Voraussetzung:

  1. Du solltest ein lebhaftes Interesse an deine Träume haben, sowie dich im Normalfall jede Nacht an midestens einen Traum erinnern.
  2. Du solltest den Wunsch und die Überzeugung haben, Klarträumen zu lernen.

Am ersten Punkt kann man arbeiten. Alkohol und Cannabis verschlechtern das Erinnerungsvermögen. Setze einfach mal ein paar Wochen aus. Esse leicht und nicht zu spät zu abend.

Traumtagebuch

Beginne ein Traumtagebuch, in das du jeden Erinnerungsfetzen der Nacht notiertst und zwar zweispaltig. In die Hauptspalte schreibst du einfach deine Traumstory rein. Die Nebenspalte benutzt du, um Traumsymbole rauszuschreiben. Was für dich Traumsymbole sind, kannst du nur selbst herausfinden. Es sind die Personen, Situationen und Dinge im Traum, bei denen es in dir "klingelt". Du wirst nach einigen Wochen sehr überrascht sein, welche Querverbindungen sich mit Hilfe deiner Traumsymbole zwischen Träumen aufzeigen lassen, die auf dem ersten und auf dem zweiten Blick gar nichts miteinander zu tun haben. Nimm dir beim Einschlafen vor, dich an deine Träume zu erinnern und notiere alles. Schlafe regelmäig und nicht zu kurz oder zu lang. Geh erst ins Bett, wenn du wirklich müde, aber nicht zum Umfallen müde bist. Wenn du regelmäßig Notizen in dein Traumtagebuch machst, wirst du dich nach spätestens zwei Wochen jeden Tag an zwei Nachtträume erinnern können.

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Versuch einer ekklektischen Synthese

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